Brandursachen vorbeugen – So schützen Sie Ihre Immobilie

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In Deutschland kommt es pro Jahr zu rund 200.000 Wohnungsbränden – Zahlen, die alarmierend sind. Das Traurigste daran: Viele dieser Brände könnten sich gut vermeiden lassen, wenn man einige Sicherheitsvorkehrungen treffen würde. Denn zu den häufigsten Brandursachen zählt noch immer das menschliche Fehlverhalten. Bereits eine vollkommen überlastete Mehrfachsteckdose kann zu einem Wohnungsbrand führen, doch auch defekte elektrische Geräte sind ein häufiger Grund. Wir stellen die größten Risiken und schützende Maßnahmen vor, so dass Sie sich zu Hause sicherer fühlen können.

Die häufigste Ursache für Wohnungsbrände ist die Elektrik

Es liegt tatsächlich in den meisten Fällen an elektrischen Geräten im Haus, wenn es zu Wohnungsbränden kommt – rund 30 % aller Wohnungsbrände werden durch eine defekte Elektrik verursacht. Der Auslöser dafür kann allerdings auch ein Blitzschlag sein. Ähnlich verhält es sich mit defekten Geräten, die sich stark erhitzen oder sogar zu einem Kurzschluss führen, der Funken sprühen lässt. Gelangen diese auf eine brennbare Oberfläche, steht in wenigen Minuten der ganze Raum in Flammen.

Drastisch verringern lässt sich das Brandrisiko, indem man schon beim Erwerb eines Geräts darauf achtet, dass dieses mit gängigen Prüfsiegeln wie dem GS- oder CE-Zeichen ausgestattet ist. Darüber hinaus sollte man selbst dafür Sorge tragen, eine Steckdose nicht zu überlasten – dies ist gerade bei Mehrfachsteckdosen ein oft unterschätztes Risiko. Viele Menschen machen den Fehler, sogar mehrere Mehrfachsteckdosen miteinander zu verbinden, um ein längeres Kabel zu erhalten, was jedoch äußerst riskant ist. Stellt man an einem Kabel eine brüchige oder sogar vollkommen offene Stelle fest, sollte man dieses in keinem Fall weiter verwenden, sondern umgehend austauschen. Elektrische Defekte werden am besten nicht selbst, sondern ausschließlich von Experten repariert – zu groß ist das Risiko eines gefährlichen Stromschlags.

Menschliches Fehlverhalten mit fatalen Folgen

Direkt nach der Elektrik steht an zweiter Stelle der häufigsten Brandursachen ganz klar das menschliche Fehlverhalten: Lässt man Bügeleisen, den Backofen oder auch den Herd länger unbeaufsichtigt, geht man ein hohes Risiko ein – und bemerkt einen möglichen Brand oft nicht rechtzeitig. Schnell können sich auch brennbare Materialien in der Nähe entzünden, wie zum Beispiel ein Topflappen auf der noch heißen Herdplatte. Insbesondere in der Vorweihnachtszeit verzeichnet die Feuerwehr eine hohe Anzahl an Bränden, was beispielsweise an echten Christbaumkerzen oder auch an Adventskränzen liegt, dessen Kerzen umkippen. Statistiken zeigen, dass die Schadensmeldungen in dieser Zeit um rund 50 % höher sind als während des restlichen Jahres.

Prinzipiell gilt: Lassen Sie offene Feuerquellen in keinem Fall unbeaufsichtigt. Das gilt auch für harmlos erscheinende Teelichter, Zigarren oder Zigaretten, die in den Aschenbecher gelehnt werden. Ebenfalls dringend abzuraten ist vom Rauchen auf dem Sofa oder im Bett, denn sollte man währenddessen einschlafen, ist man in akuter Lebensgefahr.

Die meisten Brände entstehen in der Küche

Auffällig häufig kommt es vor allem in Küchen zu Bränden. In etwa 40 % aller Fälle entstehen Wohnungsbrände in diesem Raum – und das natürlich nicht grundlos. Denn natürlich birgt der Herd ein äußerst hohes Gefahrenpotenzial – Brände entstehen hier meist durch Unachtsamkeit. Nur ein verschwindend geringer Teil der Brandschäden entfällt auf elektrische Defekte. Viel öfter passiert es, dass man vergisst, eine Herdplatte auszuschalten, das Essen auf der Kochstelle vergisst oder einfach brennbare Objekte auf der heißen Platte liegen bleiben. Selbst wenn man nur für wenige Sekunden den Raum verlassen möchte, um etwas zu holen – in keinem Fall sollte man eine Pfanne mit heißem Fett unbeaufsichtigt lassen, sondern immer erst von der Hitzequelle entfernen und diese abschalten.

Bereits drei Minuten genügen, um Fett zu entzünden. Wichtig: Niemals darf ein Fettbrand mit Wasser gelöscht werden, ansonsten kommt es zu einer lebensgefährlichen Fettexplosion. Wirkungsvoller ist es, das Feuer zu ersticken, indem man die Pfanne mit einem Deckel verschließt. Darüber hinaus sollte umgehend der Notruf gewählt werden – egal, wie harmlos der Brand auch erscheinen mag.

Brände durch Überspannung und Blitzschlag – wichtige Maßnahmen für einen besseren Schutz

Eine oft unterschätzte Gefahr sind Blitzschläge und Überspannungen, die sich natürlich nie ausschließen, aber zumindest etwas eindämmen lässt. Bislang ist ein Blitzableiter für Wohnhäuser in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben, dennoch sollte man als Hausbesitzer nicht darauf verzichten. Die Kosten hierfür liegen bei rund 2.000 bis 3.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Ein Blitzableiter sorgt dafür, dass ein in das Gebäude einschlagender Blitz direkt in die Erde umleitet, so dass das Haus nicht in Brand geraten kann. Darüber hinaus beugt der innere Blitzschutz einer möglichen Überspannung sowie Kabelbränden an elektrischen Geräten im Haus vor. Diese Investition sollte man also unbedingt tätigen, wenn man sich der Gefahr eines Hausbrandes durch einen Blitzschlag nicht aussetzen möchte. Auch bei Bestandsimmobilien ist eine Nachrüstung durch einen Experten jederzeit möglich.

Die besten Brandschutztipps für zu Hause

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige hilfreiche Maßnahmen vor, die ohne großen Aufwand für mehr Sicherheit in Ihrer Wohnung sorgen. Am besten prüfen Sie im Anschluss alle genannten Gefahrenquellen und beseitigen bzw. reduzieren diese möglichst zeitnah.

  • Offenes Feuer: In keinem Fall darf offenes Feuer – egal, ob Teelicht oder Kaminfeuer – für mehrere Minuten unbeaufsichtigt sein. Auch, wenn man sich direkt im Nebenraum aufhält, sollte man das Kerzenlicht zunächst löschen. Kaminöfen bedürfen darüber hinaus einer regelmäßigen Wartung und Reinigung, auch dies verringert die Brandgefahr.
  • Mehrfachsteckdosen: Viele Menschen sind sich nicht darüber im Klaren, dass jede Mehrfachsteckdose eine Obergrenze hat, was die Leistung betrifft. Sie können nur eine bestimmte Menge an elektrischem Strom durch ein Gerät leiten, die meist bei rund 3.500 Watt liegt. Schließt man nun gleichzeitig eine Kaffeemaschine, einen Wasserkocher und weitere Geräte an, kann sich die Mehrfachsteckdose bei gleichzeitiger Nutzung der Geräte zu stark erhitzen. Dann kann es passieren, dass sie in Brand geraten. Ebenfalls stellt Staub in der Mehrfachsteckdose eine Gefahr dar. Nehmen Sie diese also regelmäßig vom Netz und säubern Sie die Kontakte mit einem sauberen Pinsel.
  • Standby-Modus: Bleiben Fernseher oder die Stereoanlage ausgeschaltet im Standby-Modus, ist dies zwar praktisch, aber bringt dennoch eine potenzielle Brandgefahr mit sich. Hier kann es genau genommen jederzeit zu einer Überhitzung oder einem Kurzschluss kommen. Wenn sich in der Nähe noch Textilien oder andere brennbare Materialien befinden, ist das Risiko eines Brandes besonders hoch.
  • Alte und defekte elektrische Geräte: Wenn elektrische Geräte täglich in Gebrauch sind, nutzen sich deren Kabel mit der Zeit ab. Dies sieht man meist auch an deren Zustand. Daher gilt, dass Kabel mit brüchiger Isolierung umgehend ausgetauscht werden sollten, damit es nicht zu Kurzschlüssen mit Funkenflug kommen kann.
  • Weitere Wärmequellen: Heizstrahler, Heizkörper, Lampen mit alten Glühbirnen und andere Wärmequellen, die sich zu nah an brennbaren Gegenständen befinden, sind grundsätzlich immer eine Gefahr. Deshalb sollte man andere Objekte nie zu nah an Gegenständen platzieren, die mit der Zeit eine gewisse Wärme entwickeln.

Rauchmelder nicht vergessen – sie können das eigene Leben retten

Rauchmelder sind zwar in den meisten Bundesländern inzwischen gesetzlich vorgeschrieben, dennoch sollte man allein schon der eigenen Sicherheit zuliebe nie darauf verzichten. Am besten ist es, wenn sämtliche Räume in der Wohnung mit einem Rauchmelder ausgestattet werden. Für die Küche und das Badezimmer empfehlen sich dagegen Hitzemelder, da hier natürlich ständig Dämpfe durch Duschen oder Kochen entstehen.

Rauchmelder reagieren unverzüglich, wenn es zu einer Rauchentwicklung in einem Raum kommt. Moderne Geräte sind mittels Funkverbindung untereinander vernetzt, so dass gleichzeitig alle Geräte Alarm schlagen. Das bedeutet: Kommt es in der Küche zur Rauchentwicklung, schlägt auch der Rauchmelder im Schlafzimmer Alarm und man kann die Wohnung sofort verlassen. Sehr wichtig ist darüber hinaus auch, dass Rauchmelder regelmäßig gewartet und ausgetauscht werden, sofern sie nicht mehr korrekt funktionieren. Dies kann am einfachsten von einem Experten überprüft werden, der die Geräte mindestens einmal jährlich testen sollte.

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